Eine professionelle Website ist das Fundament des Kanzleimarketings – sie allein genügt jedoch nicht. Wer nach einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt sucht, begegnet einer Kanzlei oft zuerst in der Google-Suche, auf Google Maps, in einem Anwaltsverzeichnis, auf einem Bewertungsportal oder in einem Ranking.
Für Junganwält:innen und Kanzleigründer:innen stellt sich deshalb eine praktische Frage: Auf welchen Plattformen braucht man tatsächlich ein Profil – und welche Rankings sind relevant? Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Kanäle abseits von Social Media, erklärt ihre Funktionen und ordnet ein, für welche Kanzleien sich die einzelnen Angebote eignen.
Sichtbarkeit entsteht auf drei Ebenen
- Basisprofile bestätigen, wer die Kanzlei ist und wo sie erreichbar ist – dazu zählen das offizielle Rechtsanwaltsverzeichnis und das Google-Unternehmensprofil.
- Anwalts- und Bewertungsplattformen bringen zusätzliche Reichweite, Bewertungen, Fachinhalte und Kontaktmöglichkeiten.
- Anwaltsrankings schaffen externe Anerkennung – setzen dafür aber meist bereits nachweisbare Mandate, Marktbekanntheit oder Empfehlungen voraus.
Gerade bei einer Kanzleigründung ist diese Reihenfolge wichtig: Zuerst müssen die eigenen Daten stimmen und die Kanzlei lokal auffindbar sein. Danach folgen ausgewählte Fachportale – Rankings sind meist erst der dritte Schritt.
Die wichtigsten Plattformen im Überblick
1. Google-Unternehmensprofil: Pflichtprogramm für jede Kanzlei
Das Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist für die meisten Kanzleien der wichtigste externe Eintrag. Das kostenlose Profil kann in der Google-Suche und auf Google Maps erscheinen und enthält Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Fotos, Leistungen, Bewertungen sowie eine Verlinkung zur Kanzleiwebsite. Zusätzlich liefert Google Statistiken zu Suchbegriffen, Anrufen und weiteren Interaktionen. Google-Unternehmensprofil erstellen
Vor allem bei Suchanfragen wie „Anwalt Arbeitsrecht Graz“ oder „Rechtsanwalt in meiner Nähe“ ist das Profil oft der entscheidende erste Kontaktpunkt.
Ein vollständiges Profil enthält:
- den tatsächlich verwendeten Kanzleinamen (exakt so, wie er auch auf Kanzleischild, Briefpapier und Website erscheint – ohne künstlich ergänzte Rechtsgebiete oder Ortsbezeichnungen)
- eine passende Hauptkategorie sowie die korrekte Kanzleiadresse
- Telefonnummer, Website sowie reguläre und besondere Öffnungszeiten
- eine verständliche Kanzleibeschreibung und die relevanten Rechtsgebiete
- professionelle Fotos und, falls vorhanden, einen Link zur Terminvereinbarung
Google verlangt außerdem, dass ein Profil beansprucht und bestätigt wird, bevor alle Funktionen verwaltet werden können – dafür genügt ein Google-Konto mit der bestehenden Kanzlei-E-Mail-Adresse, eine neue Gmail-Adresse ist nicht nötig. Google-Hilfe zur Profilverwaltung
Bewertungen aktiv, aber sensibel einholen: Zufriedene Mandant:innen dürfen sachlich auf die Möglichkeit einer Google-Bewertung hingewiesen werden. Nicht empfehlenswert sind gekaufte Bewertungen, Gegenleistungen oder eine gezielte Auswahl nur besonders zufriedener Personen. Beim Antworten gilt Vorsicht: Selbst wenn eine bewertende Person Mandatsdetails veröffentlicht, sollte die Kanzlei keine vertraulichen Informationen bestätigen oder ergänzen – eine kurze, professionelle Antwort ist meist besser als eine öffentliche Diskussion über den Fall.
2. Das ÖRAK-Rechtsanwaltsverzeichnis: die offizielle Grundlage
Das Rechtsanwaltsverzeichnis des Österreichischen Rechtsanwaltskammertags ist kein klassisches Marketingportal, aber ein unverzichtbarer Bestandteil der digitalen Präsenz. Rechtssuchende können dort nach Name, Ort, Bundesland, Tätigkeitsgebiet, Spezialgebiet und Fremdsprache suchen; auch eine vorhandene Homepage lässt sich als Suchkriterium nutzen.
Der Eintrag vermittelt vor allem formale Verlässlichkeit. Name, Kanzleisitz, Website und Tätigkeitsgebiete sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden – Änderungen laufen über die zuständige Rechtsanwaltskammer. Das Verzeichnis ersetzt kein ausführliches Kanzleiprofil, bildet aber die offizielle Referenz, mit der andere Einträge übereinstimmen sollten.
3. anwaltfinden.at: Sichtbarkeit nach Rechtsgebiet und Standort
anwaltfinden.at richtet sich direkt an Personen und Unternehmen, die rechtliche Unterstützung suchen. Die Suche funktioniert nach Name, Ort und fachlichem Schwerpunkt, ergänzt durch eigene Übersichtsseiten für Rechtsgebiete und zahlreiche österreichische Städte.
Funktionsumfang: Darstellung von Rechtsgebieten und Spezialisierungen, Zuordnung zu einem oder mehreren Standorten, ein ausführliches Anwaltsprofil mit Bewertungen, die Möglichkeit zur Anfrage eines Erstgesprächs sowie Ratgeberbeiträge und Experteninterviews.
Das Portal eignet sich besonders für Kanzleien, deren Leistungen von Privatpersonen oder kleineren Unternehmen aktiv gesucht werden – etwa im Familien-, Erb-, Miet-, Straf-, Verkehrs-, Schadenersatz- oder Unternehmensrecht. Hinter anwaltfinden.at steht Finditoo, zu dessen österreichischem Netzwerk auch spezialisierte Portale wie erbrechtsinfo.at, familienrechtsinfo.at, mietrechtsinfo.at, strafrecht24.at und firmenrecht24.at gehören. Je nach Kanzleischwerpunkt kann daher neben dem allgemeinen Profil auch ein passendes Fachportal interessant sein. Übersicht der Finditoo-Rechtsportale
Ein Profil sollte dabei nicht einfach möglichst viele Rechtsgebiete auflisten. Wirksamer ist eine erkennbare Positionierung: Welche konkreten Anliegen werden bearbeitet? Für welche Mandant:innen und in welcher Region ist die Kanzlei tätig? Wie läuft der erste Kontakt ab, und was unterscheidet die Arbeitsweise von anderen? Da anwaltfinden.at und Advocheck24 zum selben Anbieterumfeld gehören, lohnt sich vor einer Buchung ein Blick darauf, welche Leistungen bereits in einem Paket enthalten sind, um eine doppelte Beauftragung ohne Zusatznutzen zu vermeiden. Kontaktaufnahme über die Finditoo-Produkt- und Demoanfrage.
4. Advocheck24: Bewertungen und Reputation strukturiert verwalten
Advocheck24 ist weniger ein klassisches Anwaltsverzeichnis als ein Werkzeug für Bewertungs- und Reputationsmanagement. Die Plattform bietet nach eigenen Angaben automatisierte Feedbackumfragen, verifizierte Klientenbewertungen, ein öffentliches Bewertungsprofil, zentrale Verwaltung und Beantwortung von Bewertungen, Bewertungssiegel für die Kanzleiwebsite sowie persönliche Auszeichnungen und Zertifikate.
Damit ist Advocheck24 vor allem für Kanzleien interessant, die Mandantenfeedback nicht dem Zufall überlassen wollen. Bewertungen schaffen Vertrauen, wenn sie authentisch sind, über einen längeren Zeitraum entstehen und ein realistisches Gesamtbild vermitteln. Die Plattform vergibt außerdem Auszeichnungen wie „Top bewertet“, „Top Anwalt“ oder „Top Empfehlung“ – Kanzleien sollten dabei immer prüfen, nach welchen Kriterien ein Siegel vergeben wird und welche Lizenzbedingungen für dessen Verwendung gelten. Advocheck24 kostenlos testen bzw. anfragen
Wichtig: Auch ein professionelles Bewertungssystem entbindet nicht von berufsrechtlichen und datenschutzrechtlichen Pflichten. Feedbackanfragen sollten so gestaltet sein, dass keine sensiblen Mandatsinformationen offengelegt werden müssen.
5. RechtEasy.at: Profil und Fachpositionierung verbinden
RechtEasy.at kombiniert ein juristisches Informationsportal mit einer Anwaltssuche. Neben Rechtsnews und einem umfangreichen Ratgeberbereich bietet die Plattform Partnerschaften für Anwält:innen und Kanzleien an – mit einem erweiterten Profil, der Darstellung von Rechtsgebieten und Schwerpunkten, einer Kanzlei- und Teamvorstellung mit Texten, Bildern und Videos, hervorgehobener Platzierung in der Anwaltssuche, der Veröffentlichung von Fachartikeln mit Verknüpfung zum eigenen Profil sowie optional einem Bewertungssystem und einem plattformeigenen Siegel.
Damit unterscheidet sich RechtEasy von reinen Verzeichnissen: Die Plattform kann bereits dann sichtbar werden, wenn potenzielle Mandant:innen nach einer Antwort auf eine Rechtsfrage suchen – nicht erst bei einer konkreten Anwaltssuche. Das Angebot eignet sich daher besonders für Anwält:innen, die sich in einem klar definierten Rechtsgebiet als Expert:in positionieren möchten, aber noch keine ausreichende Reichweite für einen eigenen Ratgeber oder Podcast haben.
Die Partnerschaften sind kostenpflichtig, die reguläre Mindestlaufzeit beträgt laut Anbieter grundsätzlich zwölf Monate. Konditionen und enthaltene Leistungen sollten vor Vertragsabschluss im Detail geprüft werden. RechtEasy-Partnerschaft anfragen
Wie sich eine solche Fachpositionierung systematisch aufbauen lässt, beschreibt der Artikel Thought Leadership für Anwält:innen.
Einheitliche Kanzleidaten sind wichtiger als möglichst viele Profile
Auf externen Plattformen sollten Kanzleiname, Adresse und Telefonnummer – die sogenannten NAP-Daten (Name, Address, Phone) – immer identisch geschrieben sein. Folgende Angaben sollten zentral dokumentiert und überall konsistent verwendet werden: exakter Kanzleiname, Namen und Titel der Anwält:innen, Anschrift, Telefonnummer, allgemeine und persönliche E-Mail-Adressen, Website-URL, Rechtsgebiete, Kurzbeschreibung, Öffnungszeiten sowie Portrait- und Kanzleifotos.
Bei einem Umzug, einer Umfirmierung oder einem Zusammenschluss müssen sämtliche Einträge zeitnah aktualisiert werden – ein veraltetes Profil kann mehr schaden als ein fehlendes.
Die wichtigsten Anwaltsrankings für Österreich
Rankings verfolgen ein anderes Ziel als Plattformprofile: Sie sollen nicht nur Auffindbarkeit schaffen, sondern fachliche Reputation bestätigen. Je nach Ranking fließen dafür Mandatsinformationen, Empfehlungen anderer Anwält:innen, Mandant:innen-Feedback oder öffentlich verfügbare Reputationsdaten ein.
The Legal 500 EMEA ist vor allem für wirtschaftsrechtlich ausgerichtete Kanzleien relevant. Für Österreich werden zahlreiche Fachbereiche untersucht, etwa Banking & Finance, Gesellschaftsrecht und M&A, Datenschutz, Immobilienrecht, Vergaberecht, Steuerrecht, TMT und Wirtschaftsstrafrecht. Kanzleien reichen jährlich eine strukturierte Submission ein, die Praxisentwicklung, wichtige Anwält:innen und aussagekräftige Mandate darstellt; Referenzpersonen sind nicht zwingend vorgeschrieben, ihr Feedback ist laut Legal 500 aber ein wichtiger Bestandteil der Recherche. Die redaktionelle Berücksichtigung ist kostenlos und von bezahlten Zusatzprofilen getrennt. Für eine neue Kanzlei lohnt sich eine Submission vor allem dann, wenn bereits mehrere substanzielle Mandate in einem klaren Rechtsgebiet vorhanden sind. Legal-500-Informationen für EMEA · Legal-500-Account
Chambers Europe arbeitet ebenfalls mit Kanzleieinreichungen und eigener redaktioneller Recherche. Erwartet wird eine Zusammenfassung der wichtigsten Arbeiten in einem Rechtsgebiet, ergänzt um üblicherweise 20 bis 30 Referenzpersonen, die idealerweise im vergangenen Jahr mit der Kanzlei zusammengearbeitet haben. Die Submission ist kostenlos, garantiert aber keine Aufnahme. Chambers eignet sich vor allem für etablierte wirtschaftsrechtliche Kanzleien und spezialisierte Boutiquen mit hochwertigen Mandaten und belastbaren Referenzen. Chambers-Submissions · Research Schedule
JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien Österreich zählt zu den relevanten Marktübersichten für wirtschaftsrechtlich tätige Kanzleien. Die Bewertungen basieren auf redaktioneller Recherche, Fragebögen sowie Gesprächen mit Kanzleien, Mandant:innen und Marktteilnehmer:innen. Kanzleien können sich am Rechercheprozess beteiligen und Informationen über ein Fragebogenportal bereitstellen; entscheidend sind nachvollziehbare Mandatsentwicklungen, eine klare Marktposition und externe Empfehlungen. JUVE Rankings Österreich · Die JUVE Recherche
trend Anwaltsranking veröffentlicht jährlich Empfehlungen für österreichische Anwält:innen in unterschiedlichen Fachgebieten, im Vordergrund steht die Reputation innerhalb der Branche. Eine klassische Selbsteintragung wie bei einem Anwaltsportal gibt es nicht – für junge Anwält:innen ist das Ranking deshalb weniger ein kurzfristig steuerbarer Marketingkanal als das langfristige Ergebnis von Spezialisierung, guter Arbeit, Fachpublikationen und kollegialer Bekanntheit. trend Anwaltsranking
DER STANDARD und Statista führen jährlich eine Online-Erhebung zu den „Top Anwaltskanzleien Österreich“ durch und befragen dafür Anwält:innen, Jurist:innen in Rechtsabteilungen sowie Mandant:innen; empfehlen dürfen Anwält:innen dabei nur andere Kanzleien, nicht die eigene. Jede Kanzlei mit österreichischem Standort kann grundsätzlich ohne Voranmeldung berücksichtigt werden, sofern sie in einem untersuchten Rechtsgebiet tätig ist. Die Teilnahmefenster ändern sich jährlich, weshalb sich eine regelmäßige Beobachtung lohnt. Aktuelle STANDARD-Erhebung · Statista-Projektseite
KURIER/IMWF „Beliebte Anwälte“ basiert auf öffentlich verfügbaren Daten – ausgewertet werden vor allem Online-Bewertungen, digitale Resonanz und weitere Reputationssignale. Es gibt keine klassische Bewerbung, und nach Angaben des Instituts ist die Auswahl nicht käuflich. Wer hier berücksichtigt werden möchte, sollte deshalb nicht auf eine Anmeldefrist warten, sondern kontinuierlich an gepflegten Profilen, authentischen Bewertungen und einem konsistenten digitalen Auftritt arbeiten. Studie „Beliebte Anwälte“
Best Lawyers in Austria zeichnet einzelne Anwält:innen auf Basis eines Peer-Review-Verfahrens aus, bei dem andere Anwält:innen aus demselben geografischen Markt und Rechtsgebiet bewerten. Anwält:innen können dafür nominiert werden – auch von Kolleg:innen oder anderen Personen –, eine Nominierung garantiert aber keine Aufnahme. Das Verfahren eignet sich besonders für Anwält:innen, die bereits über fachliche Bekanntheit in ihrem Rechtsgebiet verfügen. Methodik · Nominierung
Welche Profile braucht eine junge Kanzlei wirklich?
Nicht jede Kanzlei muss auf jeder Plattform vertreten sein. Für eine neu gegründete Kanzlei empfiehlt sich diese Priorisierung:
Priorität 1 – sofort umsetzen: Eintrag im ÖRAK-Verzeichnis kontrollieren, Google-Unternehmensprofil erstellen und bestätigen, professionelle Kanzleiwebsite veröffentlichen, einheitliche Kontaktdaten festlegen, erste echte Google-Bewertungen strukturiert ermöglichen.
Priorität 2 – passend zur Zielgruppe auswählen: anwaltfinden.at für lokal und rechtsgebietsbezogen suchende Mandant:innen, Advocheck24 für systematisches Bewertungsmanagement, RechtEasy für Fachbeiträge, Expertenpositionierung und multimediale Inhalte. Eine Kanzlei muss dabei nicht alle drei Angebote buchen – entscheidend ist, ob die jeweilige Plattform zur Zielgruppe und Positionierung passt.
Priorität 3 – Rankings vorbereiten: aussagekräftige Mandate intern dokumentieren, Praxisbereiche klar definieren, Veröffentlichungen und Vorträge erfassen, Referenzpersonen sorgfältig pflegen, jährliche Recherche- und Einreichfristen notieren und zunächst ein bis zwei fachlich passende Rankings auswählen.
Für eine junge wirtschaftsrechtliche Boutique können JUVE oder Legal 500 mittelfristig sinnvoll sein; Chambers verlangt meist eine breitere Referenzbasis. Für überwiegend private Mandate sind Google, anwaltfinden.at und Bewertungsplattformen häufig unmittelbar relevanter als internationale Kanzleirankings.
Erfolg messen: Welche Plattform bringt tatsächlich Mandate?
Nicht jede Kanzlei muss auf jeder Plattform vertreten sein. Für eine neu gegründete Kanzlei empfiehlt sich diese Priorisierung:
Priorität 1 – sofort umsetzen: Eintrag im ÖRAK-Verzeichnis kontrollieren, Google-Unternehmensprofil erstellen und bestätigen, professionelle Kanzleiwebsite veröffentlichen, einheitliche Kontaktdaten festlegen, erste echte Google-Bewertungen strukturiert ermöglichen.
Priorität 2 – passend zur Zielgruppe auswählen: anwaltfinden.at für lokal und rechtsgebietsbezogen suchende Mandant:innen, Advocheck24 für systematisches Bewertungsmanagement, RechtEasy für Fachbeiträge, Expertenpositionierung und multimediale Inhalte. Eine Kanzlei muss dabei nicht alle drei Angebote buchen – entscheidend ist, ob die jeweilige Plattform zur Zielgruppe und Positionierung passt.
Priorität 3 – Rankings vorbereiten: aussagekräftige Mandate intern dokumentieren, Praxisbereiche klar definieren, Veröffentlichungen und Vorträge erfassen, Referenzpersonen sorgfältig pflegen, jährliche Recherche- und Einreichfristen notieren und zunächst ein bis zwei fachlich passende Rankings auswählen.
Für eine junge wirtschaftsrechtliche Boutique können JUVE oder Legal 500 mittelfristig sinnvoll sein; Chambers verlangt meist eine breitere Referenzbasis. Für überwiegend private Mandate sind Google, anwaltfinden.at und Bewertungsplattformen häufig unmittelbar relevanter als internationale Kanzleirankings.
Erfolg messen: Welche Plattform bringt tatsächlich Mandate?
Externe Profile sollten nicht allein nach Sichtbarkeit oder Siegeln beurteilt werden. Kanzleien sollten zumindest quartalsweise prüfen: Wie viele Websitebesuche, Anrufe oder Kontaktanfragen kommen über die Plattform? Passen diese Anfragen zu den gewünschten Rechtsgebieten? Wie hoch sind die Kosten pro qualifizierter Anfrage, und wie viel interner Aufwand entsteht für Profilpflege, Beiträge und Bewertungen? Hat die Plattform überhaupt einen eigenständigen Nutzen, oder dupliziert sie nur andere Einträge?
Eigene Tracking-Links und eine einfache Frage im Erstkontakt – „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ – liefern hier oft bereits wertvolle Erkenntnisse.
Häufige Fehler bei Kanzleiprofilen
- Zu viele ungepflegte Einträge: Fünf aktuelle, aussagekräftige Profile sind wertvoller als 20 veraltete Verzeichniseinträge.
- Austauschbare Beschreibungstexte: Formulierungen wie „kompetent, persönlich und lösungsorientiert“ sagen wenig aus. Besser sind konkrete Zielgruppen, Rechtsfragen und Abläufe.
- Zu viele Rechtsgebiete: Eine überlange Liste vermittelt selten besondere Expertise – gerade junge Kanzleien profitieren von einer nachvollziehbaren Schwerpunktsetzung.
- Links nur auf die Startseite: Ein Profil zum Thema Erbrecht sollte direkt auf die passende Leistungsseite verweisen, das erleichtert die Orientierung und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer passenden Anfrage.
- Siegel ohne Einordnung: Nicht jede Auszeichnung beruht auf derselben Methodik – Kanzleien sollten unterscheiden, ob ein Siegel aus redaktioneller Recherche, Peer-Empfehlungen, Mandantenbewertungen oder einer kostenpflichtigen Partnerschaft stammt.
- Fehlende Verantwortlichkeit: Für jedes Profil sollte intern feststehen, wer Bewertungen beantwortet, Änderungen einpflegt und Fristen kontrolliert.
Fazit: Google zuerst, Fachportale gezielt und Rankings langfristig
Für österreichische Junganwält:innen und Kanzleigründer:innen beginnt digitale Bekanntheit nicht auf Social Media, sondern bei einer verlässlichen Basis: einer guten Website, einem vollständig gepflegten Google-Unternehmensprofil und korrekten Daten im ÖRAK-Verzeichnis.
Wer darüber hinaus eine erkennbare fachliche Positionierung aufbauen möchte, findet dazu im Artikel Thought Leadership für Anwält:innen einen praktischen Einstieg.
Danach übernehmen Plattformen wie anwaltfinden.at, Advocheck24 und RechtEasy unterschiedliche Aufgaben – von der Suche nach Rechtsgebiet und Ort über Bewertungsmanagement bis zu Fachinhalten mit redaktioneller Reichweite. Rankings wie Legal 500, Chambers, JUVE, trend, DER STANDARD/Statista, KURIER/IMWF und Best Lawyers sind ein weiterer Baustein, ersetzen aber weder eine klare Positionierung noch gute Mandatsarbeit – ihre Wirkung entfaltet sich vor allem dann, wenn die Kanzlei bereits ein erkennbares fachliches Profil aufgebaut hat.
Die beste Strategie lautet daher nicht, überall vertreten zu sein. Entscheidend ist, an den richtigen Stellen vollständig, glaubwürdig und dauerhaft sichtbar zu werden.
tech4legal unterstützt Kanzleien dabei, genau diese Basis aufzubauen: von der professionellen Kanzleiwebsite über ein optimiertes Google-Unternehmensprofil bis zur strategischen Suchmaschinenoptimierung für Anwält:innen. Sie möchten wissen, welche Plattformen und Rankings für Ihre Kanzlei tatsächlich relevant sind? Kontaktieren Sie tech4legal für eine unverbindliche Einschätzung Ihrer digitalen Sichtbarkeit.